ISM: 30.01–02.02.2022 #ISMCOLOGNE

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50. ISM: Aussteller-Storys Teil 3

28.08.2020

Verzällcher aus vergangener Zeit zur weltweit größten Fachmesse für Süßwaren und Snacks

Geschichten heißen in Köln Verzällcher, und wer seit 50 Jahren auf der ISM Cologne ausstellt, der hat so einiges erlebt und zu erzählen. Also haben wir Aussteller der ersten Stunde – davon gibt es immerhin 29 – nach Anekdoten aus den vergangenen fünf Jahrzehnten auf der weltweit führenden Messe für Süßwaren und Snacks gefragt.

Für eindrucksvolle und bleibende Erinnerungen sorgt der ganz in der Nähe der Messehallen fließende Rhein nicht nur bei Touristen, sondern auch bei Ausstellern, wie Inge-Maren Risop, Marketing Director, Hanseatisches Chocoladen Kontor, zu berichten weiß: „An die Aufregung, als der Rhein mal wieder über die Ufer getreten ist und die ISM fast überschwemmt wurde, erinnern sich einige unserer Mitarbeiter heute noch.“

Noch dramatischer schildert Dr. Karel Koster, Geschäftsführer Stereo Holland Gebaeck, eine ähnliche Situation: „In den 90er Jahren stand uns das Wasser während der ISM zweimal fast bis zum Hals!!! Unser damaliger Messestand befand sich in den alten Messehallen, unmittelbar am Rhein im Erdgeschoss – und es gab Hochwasser. Zweimal schwappte das Wasser bis fast in den Eingangsbereich der Halle – sodass erwogen wurde, die Messe abzubrechen. Abends wussten wir nicht, ob morgens nicht unser Stand überflutet war. Das war eine spannende Situation – aber es ging nochmal gut. Das Rheinhochwasser zog sich über Nacht zurück.“

Stereo Holland Gebaeck mit großzügigem Stand in den 70er Jahren auf der ISM

Stereo Holland Gebaeck mit großzügigem Stand in den 70er Jahren auf der ISM

ISM als Familientreffen der Süßwaren- und Snackbranche

Immer wieder wird die fast schon familiäre Atmosphäre in der Anfangszeit der Messe genannt, die – natürlich – auch durch die überschaubare Teilnehmerzahl möglich war. Von einem guten Beispiel dieses Miteinanders weiß Claus Cersovsky, Geschäftsführender Gesellschafter von Rübezahl und der Rübezahl-Riegelein-Gruppe, zu berichten, der bei der ersten ISM gerade einmal sechs Jahre alt war, jedoch von Vater und Großvater erzählt bekam, dass die ISM in den 70er Jahren einem jährlichen Familientreffen glich. „Früher sprach noch nicht jeder fließend Englisch und ein befreundeter Süßwarenhersteller hatte einen internationalen Kunden am Stand, konnte sich aber mit diesem nicht verständigen. So fragte man meine Mutter, ob diese nicht kurz zum Übersetzen zum Stand kommen könne, weil man wusste, dass diese perfekt Englisch spricht. Natürlich hat man sich dann ausgeholfen. Ob aus dem Gespräch dann ein Auftrag geworden ist – ich weiß es nicht.“

Thomas Ullrich, Geschäftsführer Kuefa Werk berichtet vom Kojak-Lolly

Dann gibt es natürlich noch die Vorkommnisse, die aufgrund ihrer Komik in die Annalen von Unternehmen eingehen. Von einem solchen weiß Thomas Ullrich, Geschäftsführer Kuefa Werk, zu berichten: „Mein Vater erzählt gern von einer Messe in den 1970er Jahren, auf der wir damals einen‚ „Kojak-Lolly" präsentiert hatten, mit dem Bild des berühmten Lieutenant Kojak aus der Fernsehserie‚ „Einsatz in Manhattan"‘, gespielt von Telly Savalas. Wir hatten ein Kojak-Double aus unserer Gegend am Stand, das für viel Wirbel gesorgt hat. Unser Double sprach nicht gut Englisch und sollte deshalb nicht allzu viel reden. Das hat ihn jedoch nicht daran gehindert, fleißig Autogramme zu geben und mit den weiblichen Messebesuchern zu flirten. Er hatte dort die Zeit seines Lebens."

Kuefa Werk wirbt 1977 mit der bekannten Fernsehfigur Kojak für seine Lollys auf der ISM

Kuefa Werk wirbt 1977 mit der bekannten Fernsehfigur Kojak für seine Lollys auf der ISM.

Dr. Markus Schinle, Chr. Storz GmbH & Co. KG, Inhaber und Urenkel des Gründers erinnert sich an einen bis heute unvergessenen lustigen Vorfall

Auch Dr. Markus Schinle, Chr. Storz GmbH & Co. KG, Inhaber und Urenkel des Gründers, erinnert sich an einen bis heute unvergessenen und zumindest im Nachhinein lustigen Vorfall: „Es dürfte um 1985 gewesen sein, als uns gleich zu Messebeginn am Sonntag der unvergessene arko-Einkäufer Herr Sieck besuchte. Er war ein äußerst beliebter, versierter, sachkundiger, aber auch energisch auftretender Facheinkäufer, zu dem wir eine langjährige gute Geschäftsbeziehung pflegten. Zeitgemäße Freischwingerstühle zierten unseren Stand, und wir waren stolz auf das neue Mobiliar. Herr Sieck jedoch, nicht gerade zierlich gebaut, ließ sich zu früher Messestunde, erschöpft von der langen Anreise, auf unserem eleganten Mobiliar nieder. Der Möbelhersteller schien jedoch das maximal verträgliche Gewicht etwas beiläufig berechnet zu haben. So wurde aus dem eleganten Viereck ein exaktes Dreieck, was die Sitzstabilität unseres geschätzten Kunden doch plötzlich stark einschränkte. Die Tischkante des nächsten Tisches verletzte Herrn Sieck am Hinterkopf, und die Umgebung in der Messehalle geriet in Aufruhr. Nach ärztlichem Noteinsatz konnte Herr Sieck am folgenden Tag seinen Besuch fortsetzen. Mit dem ihm eigenen Humor rief er uns zu: ‚„Ab heute für mich nur noch Firma Sturz"‘.“